Religionspädagogisches Institut

Familiendiakonie

Familiendiakonie – Ein neues Ausbildungsangebot des RPI
Artikel in "adventisten heute" (Januar 2015)

Das Religionspädagogische Institut (RPI) bietet seit 2015 eine Ausbildung für Familiendiakonie an, allerdings nur in Deutschland. Diese bildet neben den bereits bestehenden Angeboten für Kindergottesdienst (Kinderpädagogik) und Religionsunterricht (Religionspädagogik) den dritten Ausbildungsbereich. Dadurch gibt es an den jeweiligen RPI-Ausbildungswochenenden nun drei Lerngruppen – statt bisher zwei. Diese werden sich an den Freitagabenden und Samstagen gemeinsam (!) neben Themen der Theologie auch mit Entwicklungspsychologie oder Kinder- und Jugendseelsorge befassen. Dadurch wird bereits in der Ausbildung deutlich, dass unsere Gemeindedienste miteinander verwoben sind und nicht nebeneinander existieren sollten.

An den Sonntagen erfolgt dann die Aufteilung in die Ausbildungsschwerpunkte Kinderpädagogik, Religionsunterricht und Familiendiakonie.

Im Ausbildungsgang Familiendiakonie werden u. a. zu folgenden Profilthemen Wissensgrundlagen und Handlungskompetenzen vermittelt:

  1. Wer bin ich als Familiendiakon?
  2. Familie zwischen Anspruch und Wirklichkeit
  3. Glauben in der Familie leben
  4. Familienhilfen im Überblick
  5. Die diakonisch-beraterische Grundhaltung
  6. Kommunikative Basisqualifikationen
  7. Umgang mit Krisensituationen
  8. Grundwissen aus dem Familienrecht
  9. Sexualität
  10. Effektive Familiendienste
  11. Leben im System (Familiendynamik)
  12. Ressourcenorientierte Familiendiakonie


Eine Tabelle zeigt die Grundstruktur der auf sechs Wochenenden verteilte RPI-Ausbildung mit der Integration des neuen Ausbildungsganges Familiendiakonie (FAM): Download Grundstruktur

Die genaue Auflistung der Themen befindet sich im Ausbildungskonzept, S. 9ff.

Ein Infoblatt zum Ausbildungsgang Familiendiakonie steht ebenfalls zur Verfügung und kann als gedrucktes Faltblatt angefordert werden:
info[at]sta-rpi.net.


Artikel und Berichte zu "Familiendiakonie":

Weitere Artikel und Berichte zum Thema "Ehe & Familie":


Materialien, Videos und Informationen zum "Jahr der Familie 2016" der Nordrhein-Westfälischen Vereinigung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland finden sich hier.


Die Sonnenseite des
Konflikts entdecken
Die verbreitetste Vorstellung von Konflikten
ist, dass sie destruktiv, negativ und zu vermeiden
wären. Glückliche Beziehungen müssen
im Idealfall konfliktfrei oder zumindest ohne
ausgeprägte Auffälligkeiten sein! Diesem Irrglauben
begegne ich in meiner Beratungspraxis immer
wieder. Geht es in einer Paarbeziehung darum, eine
konfliktfreie Zone zu schaffen? Paare, die immer
gleicher Meinung sind, werden als glücklich bezeichnet.
Aber sobald Konflikte auftreten, beginnt
man an der Partnerschaft zu zweifeln: Sind wir
noch glücklich? Ist alles in Ordnung mit uns?
Biografie und Persönlichkeitsstruktur prägen
unser Verhalten
Unser Verhalten ist überwiegend durch unsere eigene
Biografie (Lebensweg) und Lebenserfahrung
geprägt. Wir lieben, so wie wir geliebt wurden. Wir
hassen, streiten und fechten Konflikte aus, wie wir
es erlebt haben. Wir wurden am Modell unserer Bezugspersonen
geformt.
Aber auch unsere Persönlichkeitsstruktur spielt
eine wichtige Rolle für unser Verhalten. So ist es
kein Wunder, dass sich zwei Menschen in ihren
Lebensauffassungen, Bedürfnissen und Gefühlen
unterscheiden und der Traum von den Seelenverwandten
märchenhaften Charakter bekommt. Wir
alle haben das Bedürfnis, unsere Individualität
zur Geltung zu bringen, und das erzeugt nun einmal
Konflikte. Man hört oft als Argument für eine
Trennung: „Wir sind doch so verschieden, darum
können wir nicht mehr miteinander auskommen!“
Die Untersuchungen zeigen jedoch, dass glückliche
und unglückliche Paare so ziemlich denselben Konfliktstoff
haben. Darum stellt sich die Frage: Was
unterscheidet glückliche von unglücklichen Beziehungen?
Es ist nicht das „Was“, sondern das „Wie“. Es
sind nicht die Konfliktthemen an sich, die den Unterschied
ausmachen, sondern wie solche Konfliktsituationen
bewältigt werden.
Wenn unterschiedliche Vorstellungen
aufeinandertreffen
Was aber ist überhaupt ein Konflikt? Wir können
ihn als das Aufeinandertreffen von Unterschieden
zwischen den
Partnern bezeichnen.
Zwei Welten, in denen
sich unterschiedliche
Gefühle, Bedürfnisse
oder Einstellungen beider
Partner gegenüberstehen,
treffen aufeinander,
wie z. B. verschiedene
Weltanschauungen,
Auffassungen
von der Kindererziehung,
Freizeitinteressen,
Erwartungen bezüglich
Zärtlichkeit und
Sexualität …
Wenn wir in unserem Beziehungskonzept so vorprogrammiert
sind, dass Konflikt gleich Streit bedeutet,
dann kann ein Konflikt nie gut ausgehen.
Weshalb? Weil Streit die kämpferische und destruktive
Form der Auseinandersetzung im Konfliktfall
meint. Emotionen bekommen freien Lauf, und verblendet
durch sie geht man mit voller Wucht auf
den anderen los. Man verallgemeinert und nimmt
die Vergangenheit und die Persönlichkeit des anderen
auseinander und beide verlieren. Das muss
aber nicht sein!
Der gute Konflikt
Konflikte haben etwas Gutes in sich. Konflikte sind
Chancen! Sie können Gewinner erzeugen. Sie sollten
uns ermöglichen, den anderen besser kennenzulernen
und das gegenseitige Vertrauen wachsen
lassen.
Ich staune immer wieder, wenn ich in Konfliktsituationen
die Lösungsideen meiner Frau höre. Sie
bringt oft Ideen ein, die praktisch und innovativ
sind. Lasst uns die Relativität unserer Wahrnehmung
zugeben und mit mehr Empathie, Annahme
und Echtheit auf der Plattform der Gleichwertigkeit
den Konsens erarbeiten. Das funktioniert nur,
wenn wir die Verschiedenartigkeit des Partners
akzeptieren und eine neue Einstellung zu seinen
Eigenarten und seiner Persönlichkeit gewinnen. Ich
will euch Mut machen, Konflikte anzugehen, aber
mit der richtigen Konfliktlösungsstrategie. ■
Schweigen ist keine
Lösung.
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Wenn Paare
streiten